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Kirche Gemeindebrief
Kirche - 07.12.2008 - 18:12

Liebe Gemeinde

Am 30. November beginnt dieses Jahr die Adventszeit. Advent, das bringen wir in Verbindung mit Lichtern, Kerzen, beleuchteten Straßen und Häusern. Adventszeit, das ist die Zeit der Vorfreude. Vorfreude auf Weihnachten. Aber auch der geschäftigen Hektik.Eine Geschichte, die „Geschichte von Werner“, erzählt, wie jemand die Adventszeit für sich einmal ganz anders gestaltet hat, die möchte ich ihnen gern erzählen: „Im Advent macht Werner gerne Urlaub. Aber nicht für sich, sondern für andere. Das macht Werner immer so zwischen dem 3. und dem 4. Advent. Da nimmt er sich Urlaub, wenn es geht. Und erledigt Sachen für andere. Meistens für Ältere. Die im Heim leben und nicht mehr so gut raus können. Für die einen geht er zur Bank, mit den anderen geht er zum Frisör. Während die dann da sitzen und sich schön machen lassen, kauft Werner ihnen Weihnachtsgeschenke ein. Einkaufen geht er oft diese Woche. Was so gebraucht wird im Altersheim. Ein paar Kleinigkeiten, die man Pfleger und Pflegerinnen schenkt. Ein paar Kerzen fürs Zimmer. Aber auch Geschenke für Kinder und Enkel der Bewohner.

Werner hat gut zu tun diese Woche. Und mit dem tun allein ist es auch nicht getan. Manche wollen keine Einkäufe, sondern seine Ohren. Sie müssen mal was loswerden. Einen Ärger oder eine Freude. Dann ist Werner ganz Ohr. Diese Woche macht er nichts anderes, als für seine Alten da zu sein. Das macht längst nicht immer Spaß, aber das befriedigt ihn. Werner ist nicht besonders fromm. Aber er hat mal gehört, dass die Adventszeit etwas Besonderes sein kann. Besonders aufmerksam zum Beispiel für das, was andere sorgt. Da hat er sich gesagt: Das will ich machen. Eine Woche im Advent soll besonders sein. Und weil seine eigene Mutter gerade im Heim war und er immer mal hin ging, hat er auch in den anderen Zimmern gefragt: Brauchen sie etwas? Müssen sie in die Stadt? So kam das. Werner hat kleine Probleme gesammelt und dann gelöst, so gut es ging.

Seitdem macht er das im Advent. Er sammelt kleine Probleme, die er lösen will. Zu Fuß oder mit dem Auto. Die Woche ist schon gut gefüllt. Er hat einen richtigen Stundenplan für die Tage, damit er nichts und niemanden vergisst. Werner will keinen Dank. Er tut es für sich, sagt er, Weihnachten macht ihm mehr Freude, wenn weniger Probleme sind, in seiner kleinen Welt. Ein paar Probleme löst er diese Woche. Und allen ist ein bisschen leichter ums Herz.“ Adventszeit, das heißt Warten, Warten, das Gott in die Welt kommt. Gott wird Mensch in Jesus Christus, dem kleinen Kind in der Krippe. Gott kommt uns Menschen ganz nahe. Und auch wir können anderen Menschen nahe sein. Im Advent und auch sonst.

In diesem Sinne wünsche ich ihnen eine erfüllte Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2009.

Ihre Pastorin Silke Masche-Schäper




Pastorin Silke Masche-Schäper geändert am 07.12.2008 von Thomas Schiewer


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